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Pegnitz 150An ihre Grenzen mussten die Eispiraten des ESC gestern Abend gehen, ehe mit einem 4:3 (1:2, 2:0, 1:1) gegen die Ice Dogs des EV Pegnitz die ersten Bayernligapunkte unter Dach und Fach waren. Jeder andere Ausgang wäre in dieser eng umkämpften und phasenweise hochklassigen Partie genauso gut möglich gewesen.


Einen langes Abtasten brauchten beide Seiten nicht und die ersten hochkarätigen Tormöglichkeiten hatte Pegnitz, aber ESC-Schlussmann Kevin Yeingst parierte glänzend gegen Daniel Krieger und Stefan Hagen. Die Eispiraten ließen sich nicht lange bitten. Mark Waldhausen und Andreas Attenberger brachten Julian Bädermann, die EVP-Neuerwerbung zwischen den Pfosten, auf Betriebstemperatur. Trevor Hills visierte den Pfosten an, aber Sandro Schroepfer setzte von der Seite nach und es hieß 1:0 nach 7 Minuten. Dorfen blieb am Drücker, ließ aber gute Möglichkeiten aus. Die Gäste befreiten sich immer wieder mal und nach einem Klassespielzug jagte mit all seiner Erfahrung aus 118 DEL-Einsätzen Daniel Sevo den Puck zum1:1 in die ESC-Maschen (16.). Nachdem Pierre Kracht, ein weiterer Neuer mit DEL-Erfahrung, ungeniert vors ESC-Tor kurven konnte, hieß es zur Pause 1:2.
Statt der Aufholjagd war für den ESC nach Wiederbeginn erst mal Schadensbegrenzung angesagt, nachdem in der 21. und 22. Spielminute Tobias Fengler und Tobias Brenninger Strafzeiten kassierten. Die Eispiraten machten das gut, aber die Partie wurde hektisch. Ständig lagen Spieler beider Seiten auf dem Eis – einer blieb cool. Schiri Markus Schmidt ließ über den Stadionsprecher auch die zahlenmäßig und akustisch beeindruckende Pegnitzer Anhängerschar zur Ordnung rufen. Dorfens US-Boy Hills kassierte sogar einen „Zehner“. Der ESC wurde aber auch immer stärker. Attenberger und Florian Brenninger scheiterten erst am Gästekeeper, ehe Brenninger 30 Sekunden später zum 2:2 traf (28.). Spektakuläre Paraden von Yeingst waren nötig gegen Pegnitz‘ lettischen Puckkünstler Aleksandrs Kercs. Über Fl. Brenninger schloss dann Kapitän Andreas Attenberger ein Klasseüberzahlspiel zum 3:2 ab – einen Assistenzpunkt hätte er auch noch verdient gehabt. Die Gäste, die trotz ohne eigenen Eises einen sehr spielstarken und kompakten Eindruck hinterließen, blieben bis zur Pause vor allem über Kercs immer brandgefährlich.
Eine Strafzeit gegen Waldhausen brachte der ESC in den Schlussabschnitt mit. Die Gäste mit dem besten auf dem Eis, was sie aufzubieten hatten, nützten die Überzahl durch Sergej Hausauer zum Ausgleich. Nur 51 Sekunden später folgte die Retourkutsche der Eispiraten durch Ernst Findeis, der im Nachschuss zum 4:3 traf. Fl. Brenniner gegen Bädermann, Kercs gegen Yeingst – es ging weiter rauf und runter. Hills, agil und glücklos in einem, scheiterte in der 54. Min. an Bädermann, nachdem er mit ganz starkem Forechecking die Scheibe erobert hatte. Im Gegenzug kassierte er noch zwei Strafminuten. Die überstand der ESC mit Glück und einem starken Yeingst. Die Luft war bei beiden Teams in der Schlussphase raus, die intensive Partie hatte ihren Tribut gefordert, Immerhin schafften es die Eispiraten, Pegnitz so zu beschäftigen, dass erst 40 Sekunden vor Schluss Keeper Bädermann für einen Feldspieler rausgehen konnte – zu spät! Nach einem Dorfener Befreiungsschlag kullerte der Puck sogar nur Zentimeter am leeren EVP-Gehäuse vorbei.

Statistik: 1:0 (7.) Schroepfer (Schnirch, Seidlmayer), 1:1 (16.) Sevo (N. Pleger), 1:2 (18.) Kracht (N. Pleger), 2:2 (31.) Fl. Brenninger (T. Brenninger), 3:2 (31.) Attenberger (Fl. Brenninger / 5-4), 3:3 (42.) Hausauer (Sevo, Kercs / 4-3), 4:3 (43.) Findeis (Waldhausen, Mayer); HSR: Markus Schmidt; Strafminuten: ESC 14 + 10 / EVP 12; Zuschauer: 240

Geschrieben von Helmut Findelsberger