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Pressefoto Helmut FindelsbergerBei Torhütern ist es wie mit dem Wein – je älter, umso besser
Beim Sonntagsspiel in Schongau musste ESC-Urgestein Klaus Däffinger
in die Bresche springen – Thomas Hingel nach dem ersten Drittel ins Krankenhaus


Den Eispiraten des ESC Dorfen bleibt in dieser Verzahnungsrunde Zwischen Bayern- und Landesliga nichts erspart. Auch vergangenes Wochenende setzte sich das Auf und Ab, nicht ohne weitere Nackenschläge, fort.
Zur sportlichen Berg- und Talfahrt sowie der aufgekommenen heftigen Kritik hat ESC-Eishockeychef Manfred Detterbeck so seine Meinung. Er findet diesen Tenor im Umfeld „mit einmal supertoll und dann wieder alles total schlecht völlig überzogen“.
Beim 10:1-Sieg am Freitag in Vilshofen „haben wir gespielt, wie es ein Bayernligist gegen einen Landesligisten machen muss und wir haben Gas gegeben bis zur letzten Minute“ resümierte Detterbeck. Eine Pressekonferenz gab es im altehrwürdigen Freiluftstadion ebenso wenig wie WLAN oder stabiles Handynetz.
Die Sonntagstour in den Pfaffenwinkel stand unter keinem guten Stern. Am Freitag hatte Backup-Torhüter Simon von Fraunberg leicht gekränkelt. Samstag warnte er Manfred Detterbeck schon vor, „dass es höchstwahrscheinlich nicht gehen wird“. Detterbeck telefonierte mit U20-Trainer Jan Smolko, Der brauchte Andreas Marek in Peißenberg, dessen Ersatz Sebastian Pfeuffer war krank. 1b-Torhüter Kilian Ober war auf Grund des spielfreien Wochenendes beim Skifahren.
Da hat Detterbeck halt Klaus Däffinger angeschrieben, „ob er denn für Sonntag schon was vorhabe“. Der Ernstfall trat dann am Sonntagmorgen auch ein und Däffinger saß im Bus. Nicht nur das, ab dem zweiten Drittels musste er für Thomas Hingel ran! „Wir müssen ihm das ganz hoch anrechnen, das verdient allerhöchsten Respekt“ betonte Detterbeck am Montag nochmal „und der Klaus hat auch noch eine ganz tolle Leistung gezeigt“. Mit 4:10 mussten sich die Eispiraten den derzeit brutal stark aufspielenden Mammuts der EA Schongau geschlagen geben und dem 43-jährigen Däffinger gelang mit nur vier Gegentreffern ordentlich Schadensbegrenzung. Dass die Mannschaft angesichts der Verletzung von Hingel nach fünf Minuten und der längeren Behandlungspause trotz einer 1:0-Führung erstmal geschockt weiterspielen musste, war offensichtlich und Schongau führte zur Pause mit 6:1.
Auf die Frage, ob er wusste, dass er in der Saison 11/12 ein letztes Bayernligaspiel mit 11 Minuten absolviert hatte, meinte Däffinger „schon ungefähr, aber der Kroner habe ihm gesagt, dass er nun die siebte Saison in Dorfen spiele, aber noch nie mit ihm“. Von 1996 bis 2011 gehörte Däffinger den Eispiraten in der früheren „Zweiten Liga“ und ab 99 in der Bayernliga an. Die letzten beiden Spielzeiten stand er einmal für die 1b auf dem Eis „und trainieren tut er nur so jeden zweiten Sonntag mit den Old Stars“. „Ich kann die doch nicht mit nur einem Torhüter nach Schongau fahren lassen“, erklärte er seine Beweggründe für die spontane Zusage. Er gab zu, dass er davon ausgegangen war, „sich wieder mal ein Spiel aus der Nähe anschauen zu können“. Zu den Lobeshymnen für seine Leistung meinte er, „dass das Team super für ihn gekämpft hat“.
Auch bei Thomas Hingel hat die Heimatzeitung am Montagnachmittag nachgefragt. „Ich lieg gerade auf der Couch und hab jetzt gleich ein HNO-Termin“ erklärte der 26-jährige zum Status Quo. Auf die Frage wie es ihm geht, meinte er „Gut wäre gelogen, denn das Atmen macht noch Probleme“. Er beschrieb die verhängnisvolle Szene: „Der Puck kam seitwärts vom Bullypunkt und traf an einer kleinen freien Stelle unter der Maske meinen Kehlkopf, der schnell angeschwollen ist und auf die Luftröhre gedrückt hat“. Nach der Behandlungspause spielte Hingel weiter, „denn dem armen Kerl auf der Bank wollte er das nicht antun und der Mannschaft einfach helfen“. Zur Pause ging es dann ins Krankenhaus, er konnte aber in seiner Landshuter Fahrgemeinschaft mit Attenberger, Numberger und Mayer die Heimreise antreten. Wie’s weitergeht: Hingel: „Ich sag, am nächsten Wochenende muss es wieder gehen“!
Ganz so ein armer Kerl war der Däffinger auch nicht, „er konnte ja mit einigen von früher spielen, aber gebraucht hätte er es nicht und damit gerechnet auch nicht unbedingt“.
Am kommenden Wochenende geht es für die Eispiraten am Freitag nach Amberg zu einem sehr ambitionierten Landesligisten und am Sonntag um 17 Uhr kommt es im heimischen Dr. Rudolf-Stadion zum Rückspiel gegen Schongau.

Geschrieben von Helmut Findesberger

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