3:7-Niederlage gegen Geretsried – Der Aufsteiger zeigt sich verbessert, aber es reicht noch nicht

Dorfens Eispiraten ein wenig unter Wert geschlagen

Wenn Aufwand und Ertrag zu sehr auseinandertriften, stehen unterm Strich eine Niederlage, die, zumindest in ihrer Höhe, nicht dem Spielverlauf gerecht wird. 3:7 (0:1, 2:3, 1:3) hatte sich der ESC Dorfen am Freitagabend dem Namensvetter aus Geretsried geschlagen geben müssen.

Verdient war der Sieg der River Rats aus dem Oberland auf Grund ihrer klareren Angriffszüge und der abgeklärteren Spielweise zweifellos. So zeigten sie gleich zu Beginn durch David Egle auf, wie schnell man vor dem Dorfener Heiligtum für Alarm sogen kann. Keine zwei Minuten waren gespielt, da hatte Keeper Andreas Marek schon zweimal den technisch starken Schweden stoppen müssen. Die Eispiraten kämpften sich in die Partie. Bei eineinhalbminütiger doppelter Überzahl versäumten sie es, vorzulegen. David Sstach legte für Fabio Lauffer auf, dann für Vaclav Adamec, aber an Korbinian Sertl war kein Vorbeikommen.

Der 0:1-Rückstand zur Pause, Egle hatte unbedrängt aus bester Position Marek keine Abwehrchance gelassen, musste nicht sein. Mit noch mehr Entschlossenheit kamen die Eispiraten as der Kabine zurück. Geretsried zog Strafen und wieder mit zwei Mann mehr gelang Maximilian Forster nach starkem Powerplay der Ausgleich. Nach gewonnenem Forster-Bully jagt Thomas Matheson die Scheibe mit einem Wahnsinns-Strahl zum 2:1 in die Maschen. Es folgten Dorfener Strafzeiten der auf beiden Seiten eher kleinlich, aber durchaus fehlerfrei pfeifenden Schiedsrichter. Marek hielt stark, aber bei Hinausstellung Nummer 3 in Folge dann der „Gamechanger“: In der Abwehrschlacht krümmt sich plötzlich Vaclav Krlis schwer angeschlagen auf dem Eis, die Volksseele auf den Rängen kocht, nachdem die Schiris kein Foul gesehen haben wollten und nicht abpfeifen. Dann war‘s passiert mit dem Ausgleichstreffer durch Moritz Schug.

Nur 46 Sekunden später schlug ein Schuss wie aus dem Nichts von der linken Seite durch Maxilian Hüsken zur Geretsrieder Führung hinter Marek ein. Die River Rats nutzten die Gunst der Stunde in Form von Hektik und Unsortiertheit auf Dorfener Seite. So schloss Egle 43 Sekunden vor der erneuten Drittelpause einen Konter mit zwei auf eins zum vorentscheidenden 4:2 ab. Die Messe war nach Wiederbeginn schnell gelesen. Nach dummem Waldhausen-Foul nützte Geretsrieds Kapitän und Verteidiger frei postiert vor dem Dorfener Tor die Überzahl zum 5:2. Gespielt waren noch keine zwei Minuten.

Die Eispiraten kämpften zwar unverdrossen weiter, aber die River Rats mit Ex-Profis aus DEL und der russischen KHL wurden immer sicherer und legten noch zwei Treffer nach. Dazwischen gelang Matheson nach einem wahren Kabinettstückchen das 3:6. Eine Niederlage ist immer schwer zu verdauen, aber die offizielle Zuschauerzahl von 145, die Dauerkartenbesitzer waren da wohl nicht mitgerechnet, gibt aber schon auch zu Denken. Mannschaft und auch den vielen Ehrenamtlichen, die mit Herzblut werkeln, wird diese Resonanz nicht gerecht.

Verfasser: HELMUT FINDELSBERGER/ Erdinger-Dorfener Anzeiger

 

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